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Auf dieser Seite bieten wir Berichte mit aktuellen Informationen zum BAK Kriwoi Rog. |
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Die Ukraine schreitet nach Europa – und Dolinskaja? |
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Rolf Junghanns „Die Ukraine schreitet nach Europa!“ – So hat’s Präsident Juschtschenko laut verkündet, nachdem er in der orangenen Revolution sein Amt errungen hatte, und so steht’s in überdimensionalen Lettern auf einem Schild gleich hinter der ukrainisch-polnischen Grenze, wenn man per Auto oder Bus in die Ukraine einrollt. Die Ukrainer, die ihre Realität besser kennen, bedenken diesen Spruch mit allerlei Ironie. Trotzdem ist schon an der Grenze wenigstens eines schon europäischer geworden. Einige Jahre lang war es so, dass die Buspassagiere Geld zusammenlegten, um sich eine bessere Abfertigung durch ihre Grenzer und Zöllner zu erkaufen. Seit einem Jahr kommt man nun ohne diese Devotionszahlung über die ukrainische Grenze genau so schnell (oder langsam) wie über die polnische oder deutsche Grenze. Besser geworden ist es auch für die in die Ukraine einreisenden EU-Europäer, die ohne Visum hereinkommen dürfen.Einen großen Unterschied zwischen EU und Nicht-EU merkt man bei der Autofahrt mit dem Hinterteil. Ging es über die polnischen Straßen meist glatt, muss man von Krakowez bis Kiew ein permanentes Schütteln in Kauf nehmen, selbst auf den noch kurzen Abschnitten, die autobahnähnlich ausgebaut sind. Juschtschenko hat ja auch vom „Schreiten nach Europa“ gesprochen und nicht vom Fahren. Zum gemessenen Vorwärtsbewegen zu Fuß sind die Straßen gut genug! Kiew selbst ist Boomstadt.
Verirrt man sich nicht in Randbezirke, kann man hier vieles Europäische
finden. Neben noblen Autos und teuren Shopping-Gelegenheiten fällt
zu diesem Jahreswechsel vor allem die gigantische „Jalynka“
(so heißt auf Ukrainisch der Weihnachtsbaum) am Kreschtschatik ins
Auge – der vielleicht am meisten elektrifizierte und elektronisierte
Weihnachtsbaum Europas – hinter dem bunten Lämpchengeflimmer
und -geblinke ist der Baum selbst kaum auszumachen. Auch die Hotelpreise
haben gutes europäisches Niveau. Für ein Zwei-Zimmer-Halbluxus-Appartement
zahlen wir 400 Griwna (67 Euro) pro Nacht. Wir haben lange telefonieren
müssen, um diese einigermaßen günstige Unterkunft zu finden. Die Kiewer Hotelwelt ist von den Preisen
her „Spitze“. Wer so geizig wie wir ist, sich auf „Halbluxus“
einzulassen, muss natürlich Löcher in der Bettwäsche, fehlendes
und angeschlagenes Geschirr und (wenn nicht protestiert wird) auch unterkühlte
Zimmer in Kauf nehmen.
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oben li.: Kiew - wiedererbaute St.-Michaelskloster-Kirche; oben re.: Kiew - wiedererbaute Uspenski-Kathedrale im Höhlenkloster; li.: "Jalynka" - der Weihnachtsbaum am Kiewer Kreschtschatik Ende 2006 |
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Mit dem Nachtzug kommen wir in Dolinskaja an und erleben auch hier gleich bei der Ankunft einen kleinen erfreulichen „Europa-Schritt“: Das historische Bahnhofsgebäude hat ein „Evroremont“ absolviert – eine Renovierung nach europäischem Standard. Nach allen Regeln der Malerkunst wurde es zartrosa herausgeputzt. Regenfallrohre im zur Fassade passenden Farbton und im Wartsaal dezente Lamellenstores und Leuchter, die die Balance zwischen Moderne und dem früher in der Sowjetunion geschätzten pseudobarocken Bahnhofsprunk halten, runden das Bild ab. Der kurze Blick auf die Rekonstruktion – das war’s dann auch schon an Freude. Zu dieser Nachstunde gibt es am Bahnhof kein Taxi, und so müssen wir weiter zu Fuß. Das Gepäck wird auf dem kleinrädrigen europäischen Kofferroller durch die echt ukrainischen schlammgefüllten Schlaglöcher gezerrt. Am Ziel schließlich hat der Koffer den Zweikampf durch technisches KO mit einer großen Platzwunde verloren. Die nächsten Tage bringen einiges an Wiedersehensfreude mit früheren Kollegen und alten Bekannten.
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Neubaugebiet in Dolinsjaka mit tschechoslowakischen und rumänischen Wohnhäusern |
Lenin-Straße - der Einkaufsboulevard von Dolinskaja
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In einem Anruf bei einem früheren Kolchosvorsitzenden, der mich vor anderthalb Jahren um Vermittlung eines Kontakts zur Beschaffung von Landtechnik gebeten hatte, will ich erfahren, ob ihm dieser Kontakt bei seinen Problemen hat helfen können. Er muss leider abwinken. Die ukrainische Regierung, so höre ich von ihm, interessiere sich kaum für die Probleme der Bauern und so sei sein Rechtsstatus zu unsicher, um langfristige Finanzverpflichtungen einzugehen. Er wolle keine Geschäfte anbahnen, bei denen er dem Verkäufer irgendwann nicht mehr in die Augen sehen kann. Ihm bleibe nur, auf bessere Zeiten zu hoffen. Wer heute Bauer sein will, dürfe nicht auf Gewinn aus sein. Er hänge aber an dieser Arbeit, weil sie sein Element sei, und sehe auch eine moralische Pflicht des Bauern gegenüber der Gesellschaft. Der Staat erkenne das praktisch nicht an, so dass er nach Zahlung aller Steuern und Abgaben gewöhnlich mit einem Minus aus dem Jahr gehe. Von früheren Kollegen
aus dem Kombinat höre ich, dass das im Sommer 2006 vom damaligen
Ministerpräsident Jechanurow als Investor für das BAK Kriwoi
Rog favorisierte russische Unternehmen „Metalloinvest“ schon
Sondierungsgespräche im Kombinat durchgeführt hat. Dabei haben
die Vertreter des Unternehmens die Absicht erkennen lassen, zunächst
nur die Pelletierungsfabrik in Betrieb zu nehmen und nach Möglichkeit
die Verpflichtungen zum Erhalt und Ausbau der Sozialsphäre des Kombinats
und der Stadt Dolinskaja abzuschütteln. Im Kombinat wird vermutet,
dass das russische Unternehmen nicht über ausreichend Investitionsmittel
verfügt.
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Die Speicher an der Einfahrt nach Dolinskaja gehören heute einer kanadischen Firma
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Leerstehende rumänische Wohnhäuser, nicht fertiggestellt wegen fehlender Finanzierung des Kombints
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Nichtfertiggestellte Kindereinrichtung im Neubaugebiet von Dolinskaja
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Aus einem dörflichen Einfamilienhaus ist über die Jahre eine Kirche gewachsen
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Einkaufen oder Essen in einer Gaststätte oder einer Bar - kein Problem mehr in Doli ... für den, der das "nötige Kleingeld" hat
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Klein-DDR in der Ukraine - Wohnhäuser des Wohnungsbaukombinats Erfurt der Serie WBS70 - Sonderanfertigung UdSSR
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Verwaltungsgebäude der BAK-Direktion im Ende August 2005
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Majak - das einstige Kulturhaus im September 2007 |
| Der einzige, der im
Gespräch mit mir echte Zufriedenheit ausstrahlt, ist Viktor Iwanowitsch
Lukasch, den ich von den Abstimmungsberatungen zur Errichtung der Filtrationshalle
Anfang der 90er Jahre kenne. Nach dem Baustopp ist er in seine ursprüngliche
Zunft zurückgekehrt – er ist ausgebildeter Aufbereiter –
und hat unter der ideologischen Leitung von Chefaufbereiter Chrisanf Ustinowitsch
Kowaltschuk mit einer Aufbereitermannschaft an der Verbesserung der Technologie
des Kombinats gearbeitet. Lukasch verkündet: Die Perspektive des
Kombinats ist klar – vom Prinzip her. Das heißt: Die Aufbereitung
des oxidierten Eisenerzes wird gebraucht wie auch das aufbereitete Erz
aus dem Kombinat gebraucht wird. Diese Fakten sind nun schon länger
bzw. seit einigen Jahren bekannt. Die große Neuigkeit ist nun folgende:
Die Grundlagen der künftigen Technologie des Kombinats sind nicht
nur theoretisch ausgearbeitet, sondern inzwischen auch mit dem schwer
aufzubereitenden oxidierten Eisenerz aus dem Tagebau des Aufbereitungskombinats
„Neu-Kriwoi-Rog“ (NKGOK) erprobt und werden im Pilotmaßstab
der „Kontinuierlichen Anlage“ beherrscht. Auf der Basis eines
Konzentrats aus der Starkfeldmagnetscheidung mit einem Eisengehalt von
51 % konnte durch nachgeschaltete indirekte kationische Flotation ein
Konzentrat mit 66–66,5 % Fe gewonnen werden. * * * Aktueller Nachtrag: Februar 2007 - am BAK wieder einmal Wechselbad der Gefühle
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Chrisanf Kowaltschuk, Chefaufbereiter der BAK-Direktion in der Kontianlage. Hier wird die Technologie im Pilotmaßstab erprobt. |
Im Labor der Kontianlage |
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Die Bilder von Dolinskaja und vom Kombinat wurden fotografiert im Sommer 2005, Anfang Januar 2006, Anfang Januar 2007 und im September 2007.
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